Granada liegt wie ein Juwel zwischen Geschichte und Bergen. Über der Stadt thront die Alhambra – rötlich im Abendlicht, still und majestätisch. In den Gassen des Albaicín riecht es nach Jasmin, Minze und frisch gebrühtem Kaffee; weiß getünchte Häuser öffnen den Blick auf verschlungene Innenhöfe. Sacromonte erzählt mit seinen Höhlen und Flamenco-Rhythmen vom lebendigen Erbe der Roma, während unten die Stadt pulsiert: Studierende, Tapasbars, Plätze voller Stimmen. Und immer wieder hebt sich der Blick zur Sierra Nevada, schneebestäubt selbst an warmen Tagen. Granada ist kein Ort, den man abhakt – es ist eine Stimmung, die bleibt.
Sehr große Kanäle durchziehen die Stadt, die im Winter kaum Wasser führen. Man kann sich jedoch gut vorstellen, dass bei der Schneeschmelze und bei Starkregen enorme Wassermengen durch die Stadt fließen. Der Gedanke an den wesentlich kleineren Flusslauf der Erft in Bad Münstereifel und seine Zerstörungskraft drängt sich dabei unweigerlich auf.

Die Catedral de Granada bildet einen kraftvollen Kontrast zur maurischen Vergangenheit der Stadt. Nach der Reconquista errichtet, vereint sie gotische Grundstrukturen mit der lichten Weite der Renaissance. Im Inneren überraschen helle Proportionen, eine monumentale Kuppel und fein gearbeitete Kapellen. Direkt daneben liegt die Capilla Real, die Grabstätte der Katholischen Könige – ein stiller, geschichtsträchtiger Ort. Die Kathedrale steht sinnbildlich für den Übergang Granadas: vom islamischen Emirat zur christlichen Königsstadt.
Am meisten beeindrucken die gewaltigen Säulen der Kathedrale, die am Fuß einen Durchmesser von etwa vier Metern messen, sowie die nahezu leeren, kaum überschaubaren Zwischenräume, die dem Bau eine ungeheure Weite verleihen.













